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Westfälischen Nachrichten, 2. September 2008

Spenden und viele schöne Töne

Havixbeck - „Aber bitte mit Sahne“, interpretierten sie fröhlich den bekannten Udo-Jürgens-Song – und alle im Saal sangen mit. Überhaupt: Es war eine putzmuntere Veranstaltung am Sonntagnachmittag im Großen Festsaal des Stifts Tilbeck – dieses erste Benefiz-Konzert des hauseigenen Chores. Einige Gastchöre gaben dem Konzert überörtliche Bedeutung: der „Kleine Chor Coesfeld“, der Damenchor „AnChora“ aus Nottuln und die „Steverlerchen“ aus Appelhülsen, der wohl rennomierteste Kinderchchor im Münsterland.

So freute sich auch Ruth Meyerink von der Heimleitung in ihrer Begrüßung über das „volle Haus“ und die Eigenleistung des Tilbecker Chores. Und was Havixbecks Kantor Hans Gerd Beyer in relativ kurzer Zeit als Chorleiter aus dieser Truppe gemacht hat, verdient Respekt. Der Chor aus Stift-Bewohnerinnen und Betreuern bot in seiner stimmlichen Eintracht schon jetzt beachtliches Können. Dementsprechend gab es auch immer wieder stehende Ovationen aus den Reihen der Gastchöre. Hier glänzte besonders der ausschließlich weiblich besetzte „AnChora“ Chor aus Nottuln. Einziger männlicher Vertreter: Chorleiter Andreas Warschkow am Piano.

Glänzte bei seinem Auftritt im Stift: der Nottulner Frauenchor „AnChora“ unter der Leitung von Andreas Warschkow.
Glänzte bei seinem Auftritt im Stift: der Nottulner Frauenchor „AnChora“ unter der Leitung von Andreas Warschkow.

Natürlich feierten die vielen Heimbewohner auch die optisch wie stimmlich hervorragend harmonierenden „Steverlerchen“ aus Appelhülsen. Jung und witzig gestimmt, setzten sie auf die altbekannten musikalischen Schmankerln der anderen das Sahne-Häubchen.

Nicht zu vergessen der aus Coesfeld angereiste „Kleine Chor“. Mit gerade mal neun Sängerinnen und Sängern – Ludwina Wilken mit eingerechnet – gaben sie dennoch eine feine Kostprobe ihrer Sangesfreude ab. Und dazu noch das Blechbläser-Quintett „Doko Brass“ aus Emsdetten. Dessen Mitglieder boten Melodien ungezählter TV-Serien-Evergreens zum Mitklatschen. Da rauschte dann auch schon mal die „Kleine Biene Maja“ mit Überschallgeschwindigkeit durch den Saal.

Einen unerwarteten Höhepunkt, bei dem es selbst Moderator Norbert Vohwinkel die Sprache verschlug, gab es, als Ferdinand Schäfer und Joachim Seichter – beide vom Vorstand des „Tilbecker Freundeskreises“ – nach vorne schritten und Chorleiter Hans Gerd Beyer 500 Euro als Geschenk überreichten. „Erfüllen Sie dem Chor einen Traum.“ Sichtlich beeindruckt sangen alle dazu: „Tilbeck ist vielen ein Zuhause. Tilbeck ist für uns Sicherheit. Tilbeck ist: ‚Komm mach mal ne Pause‘, Tilbeck hat für jeden Zeit!“

Am Ende gab es im Übrigen noch einmal Geld: Die Besucher des Konzertes spendeten 380 Euro für den Tilbecker Chor.

VON DIETER KLEIN, NOTTULN